Bewässerung: Welche Menge ist wirtschaftlich?

Unsere Forschung zur präzisen Kulturführung im Gartenbau konzentriert sich auf die Bestimmung des Habitus (Kronenvolumen, Indizes zur Schätzung des Blattflächenindex und des Wasserzustandes), die zerstörungsfreie Analyse am Ernteprodukt und auf Nutzung derartiger Systeme zur umfassenden nicht-invasiven Charakterisierung relevanter Pflanzeneigenschaften. Die Messdaten werden verknüpft, um Ertrag und Fruchtqualität zu erhöhen und den Aufwand an Ressourcen, insbesondere von Wasser, zu verringern. Hierfür entwickeln wir biophysikalische Methoden zur automatisierten Erfassung von Pflanzenparametern.

Den Wasserbedarf von Apfelbäumen lässt sich präzise erheben. (Bild: ATB)

Ein aktuelles Projekt aus diesem Bereich ist AquaC+. Das ATB und die beteiligten Obstbaubetriebe zielen darauf ab, die Wassernutzungseffizienz mit Hilfe von Wasserbilanzierung und den Einsatz von Sensoren zu erhöhen. Hierzu wird die Steuerung der Bewässerungsanlagen in Abhängigkeit des verfügbaren Wassers und des Wasserbedarfes der Pflanze durchgeführt. Die Daten werden innerhalb eines internetgestützten Informations- und Beratungssystems zusammengeführt, um den obstanbauenden Betrieben Entscheidungshilfen zur Verfügung zu stellen.
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Im Fokus des EU-Projektes ALCIS steht das Bewässerungsmanagement landwirtschaftlicher Kulturen. Ziel ist die Entwicklung eines kostengünstigen sensorgesteuerten Netzwerkknotensystems für Boden-Pflanze-Atmosphäre-Messungen und dessen Integration in einen ICT-Rahmen, der GIS-basiert ist und alle Informationen in ein Entscheidungsunterstützungstool einspeist. Das System wird mittels vergleichender experimenteller Felduntersuchungen im Obst- Garten- und Weinbau, sowie in Olivenhainen an unterschiedlichen europäischer Standorten getestet, modelliert und evaluiert. Das ATB ist in verschiedene Arbeitspakete mit dem Fokus auf die Entwicklung der Modellalgorithmen für Wasserstressindex, Ertragsparameter und Bewässerungsmanagement eingebunden.
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Im Projekt SMIrFeN2O werden Kartoffeln unter Beregnung und Tropfbewässerung mit und ohne N-Düngung sowie wasserlöslichen Düngern angebaut. Ziel ist es, die in Abhängigkeit von den verschiedenen Düngungs- und Bewässerungsvarianten auftretenden Lachgas (N2O)-Emissionen zu erfassen und die dahinterstehenden N2O-produzierenden Mikroorganismengemeinschaften in ihrer Zusammensetzung, Verteilung und Aktivität zu identifizieren. Stickstoffdüngung und Bewässerung sind zwei der wesentlichen Faktoren, die die Populationen N2O-produzierender Mikroorganismen in ihrer Zusammensetzung, Verteilung und Aktivität beeinflussen können.
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